Aktuelles


25. Februar 2010
<-zurück

Der Geist ist willig – aber der Hubschrauber schwach?

Kommt er oder kommt er nicht, das ist hier die Frage. Der Hubschrauber NH 90, schon lange angekündigt für die Ausbildung in Fassberg, scheint nicht die Erwartungen zu erfüllen, die in ihn gesetzt wurden. Ob er demzufolge wie geplant in Fassberg zum Einsatz kommt, was ja die Voraussetzung dafür ist, dass spätestens Ende 2011 der Teppichklopfer Bell UH1D aus Celle verschwindet, ist einmal mehr in Frage gestellt.

Redaktion
Forum Celle



Kritik an neuem Bundeswehr-Hubschrauber

Lieber nicht benutzen

Auf Flugschauen macht der NH 90 eine gute Figur.
Der neue Mehrzweckhubschrauber NH 90 der Bundeswehr taugt nach einem Zeitungsbericht nur äußerst eingeschränkt für den militärischen Dienst. Die "Bild"-Zeitung (Onlineausgabe) berichtete vorab, Experten des Heeres seien bei einer Untersuchung zu dem Schluss gekommen: "Wann immer möglich, sind alternative Luftfahrzeuge zu nutzen."

Die Experten der Luftlande-Lufttransportschule haben der Zeitung zufolge unter anderem bemängelt, dass der Helikopter über zu wenig Bodenfreiheit verfüge. Soldaten könnten daher nur ein- und aussteigen, wenn der NH 90 auf befestigtem Untergrund stehe und es dort keine Hindernisse gibt, die höher als 16 Zentimeter sind. Die Sitze könnten nur Soldaten tragen, die mit Ausstattung 110 Kilogramm wiegen - allerdings wiege allein die Ausrüstung 25 Kilogramm.

Erstaunlich eng innen

Außerdem sei die Maschine so eng, dass eine Infanteriegruppe mit Gepäck für 24 Stunden nur hineinpasse, wenn sie Sturmgewehre, Panzerfäuste und Gepäck ungesichert auf den Boden lege. Der Boden wiederum sei so empfindlich, dass er schon durch schmutzige Kampfstiefel beschädigt werde. Wegen der Enge fanden es die Experten zudem "unzweckmäßig", am NH 90 ein Maschinengewehr für den Bordschützen anzubringen. Das bedeutet, dass der Hubschrauber bei einer Landung in der Kampfzone von anderen Kräften gesichert werden muss.
Orderte kräftig: Ex-Verteidigungsminister Scharping
Schwere Waffen wie Stinger-Raketen kann der NH 90 nicht transportieren, weil er keine Gurte zum Verzurren hat. Für das schnelle Abseilen von Soldaten, wie es etwa das Kommando Spezialkräfte (KSK) bei Einsätzen praktiziert, wurde der Helikopter nicht zugelassen, weil er nur über eine Winde verfügt, die zudem noch so schwach ist, dass sie unmöglich mehrere Soldaten unmittelbar hintereinander absetzen kann. Der Absprung von Fallschirmspringern mit automatischer Auslösung sei grundsätzlich ausgeschlossen.

Die Bundeswehr hat dem Blatt zufolge 122 der Hubschrauber für insgesamt 4,6 Milliarden Euro bestellt. Wegen technischer Probleme gab es bereits deutliche Verzögerungen. Der NH 90 ist eine deutsch-französisch-italienisch-niederländische Gemeinschaftsproduktion und wird unter anderem von der EADS-Tochter Eurocopter hergestellt.

Quelle + mehr Informationen unter: ARD tagesschau



Einige Kommentare zur NH90-Affäre

Realsatire
Di, 23.02.2010 - 05:36 — blogfrog
Wahrscheinlich wird die nächste Prüfung der Experten ergeben, dass das Ding auch nur bei schönem Wetter und Windstille sicher fliegt.

jap, das liest sich wie ein
Di, 23.02.2010 - 05:59 — truster
jap, das liest sich wie ein typischer Fall von Vetternwirtschafft. Wenn nur die hälfte davon stimmt hätte die Gurke nicht gekauft werden dürfen.
Oder ist der für neue Mutproben gedacht?!

Ein beispielhaftes
Di, 23.02.2010 - 06:13 — OnkelHerbert
Ein beispielhaftes Meisterstück für das moderne Industrie-Deutschland, in dem Facharbeiter dumm gehalten werden, und Universitätsabgängern ohne praktische Erfahrung der rote Teppich ausgerollt wird.
Genau sowas kommt dann dabei raus.

Wo arbeitet
Di, 23.02.2010 - 07:24 — COJO
denn eigentlich jetzt Herr Scharping?

Bisher haben die Genossen immer gewußt wie sie sich einen "Job" verschaffen. Die Christdemokraten sind da "ehrlicher" die nehmen nur Schwarzgeld an. Die Liberalen sind pragmatischer, sie "arbeiten" nur wenn es Geld gibt.
Aber alle wissen wie sie mut unserer "Das Volk" Arbeit umgehen, sie treten die mit Füssen.

Sparvariante NH-90
Di, 23.02.2010 - 07:50 — 2k11m1
Die Eurocopter- Leute, und auch alle anderen in der "Wirtschaft", mussten ja versuchen, mit dem kleinen Budget auszukommen. Aber das teure in den Geräten ist nicht das Material (zu dünn, zu empfindlich), nicht die hochmoderne Technik (schwache Seilwinde, keine Verzurrpunkte), sondern die Gehälter auf den unproduktiven Posten: ab Teamchef aufwärts 10.000 bis 100.000 Euro in den Vorständen, und die Hierarchie ist mitunter 100-stufig. Außerdem mussten ja auch noch Politiker "überzeugt" werden. Die Sache ist eine genau so grosse Sauerei wie die nicht geländegängigen LKW's (keine Reifendruck- Regelanlage) der Bundeswehr beim Einsatz gegen die Folgen des Hochwassers 2002 und 2003, als die BuWe- Verantwortlichen leichte Transporter zum Befahren der Deiche bei Privatleuten suchten. Die Lösung: bezahlt die produktiven Kräfte, nicht das verlogene Geschmeiss!

Wie dumm
Di, 23.02.2010 - 07:56 — archie2712
muß man sein, sich einen solchen Schrott andrehen zu lassen. Wo ist denn bei solchen Projekten überhaupt die Kontrolle. Warscheinlich hat der deutsche Michel wieder die Entwicklung verpennt und nichts gemerkt. Und die Industriebonzen haben das ganze Geld wieder mal in die eigene Tasche gesteckt. Ein solches Verhalten ist bei der Mafia üblich. Na denn Deutschland schlaf gut. Dein deutscher Michel. LOL

Politik
Di, 23.02.2010 - 07:58 — bergloewe
Solange Politik den Sachverstand dominiert, wird das Ergebnis nicht überraschen. Eine bedarfsorientierte Planung wird so unmöglich gemacht. Aber es ist ja nicht das erste Mal, daß man vom "Kurs" abkommt. Europa hin, Europa her. Benötigt man einen Lastwagen, dann tut es eben ein Tretroller nicht. Der unbedarfte Beobachter darf sich über die Lust am Pfuschen nur noch wundern. Weiter so!

Mehr finden Sie unter: http://www.tagesschau.de/inland/hubschrauber106.html