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17. Juli 2009
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Celler Lärm-Trialog
Fluglärm ist kein Lärm – oder was?

Die Lärmaktionsplanung in Celle brachte es an den Tag. Statt eines Lärmdialogs aus Straßenlärm und Bahnlärm fand sich überraschenderweise als dritter im Lärm-Bunde noch der Fluglärm ein, wieder auferstanden, oder besser: von dem niemand etwas wissen wollte. Trotz aller Bemühungen, dieses Thema unter den Teppich zu kehren, musste notgedrungen darüber diskutiert und berichtet werden. Lärm ist ja schließlich Lärm. Da hat wohl jemand bei der Lärmaktionsplanung nicht aufgepasst. Um Schlimmeres zu verhindern, griff die Cellesche Zeitung mit einem oberlehrerhaften Kommentar über den Ausflug des Oberbürgermeisters zu den Straßenbaugegnern in Lachtehausen mit verbal erhobenem Zeigefinger ein (s. Kommentar in der CZ v. 10. Juli 2009). Ein gewählter Volksvertreter geht auf die Bürger zu und hört sich deren Anliegen an! Na sowas! Damit in Celle nichts aus dem Ruder läuft, orakelte der Kommentator im gleichen Atemzug weise voraussschauend, dass der Oberbürgermeister gefälligst nicht den Versuch unternehmen solle, sich mit Fluglärmgegnern zu solidarisieren, die ohnehin selbst Schuld haben, dass sie in Einflugschneisen wohnen (gut recherchiert, Herr Oberlehrer…….). Bürgernähe der Politiker, das könne falsch verstanden werden……... Man gut, dass es jemanden gibt, der anderen Leuten den Job erklären kann. Man kann auch von Bevormundung sprechen.

Oberbürgermeister Mendes Versuch der Bürgernähe war sicherlich gut gemeint, hat aber selbst im eigenen politischen Lager zu Irritationen geführt. Mendes Rückbesinnung auf eingefahrene Positionen ließ die Fraktionen aufatmen. Und somit erschließt sich lückenlos eine weitere Variante des Celler Trialogs: der Schulterschluss zwischen Kommunalpolitikern, der Bundeswehr und…….der Celleschen Zeitung. Parteien übergreifend besteht wenig Interesse, sich des Themas Fluglärm anzunehmen. Das jedenfalls ist die dominierende Erkenntnis aus der Kommunikation mit den Ratsfraktionen. Die Heimatzeitung, die nach allen Regeln der journalistischen Sorgfaltspflicht Tatsachen berichten sollte, ist sehr darum bemüht, den Fluglärm unter dem Deckel zu halten und die genervten Bürger zu verhöhnen. Warum das so ist? Insider wissen sicher mehr. Ohne über die Annehmlichkeiten der Verflechtung der Troika spekulieren zu wollen, muss sich die Heimatzeitung die Frage gefallen lassen, warum sie sich vor den Karren der Bundeswehr spannen lässt. Wenn die Verflechtung oder Kumpanei soweit geht, dass eine neutrale Betrachtungsweise der Problematik nicht mehr möglich ist und das Interesse und das Wohl von Bürgern ignoriert wird, dann geht das doch zu weit. Allein an politische Verantwortung oder ökonomische Vernunft mag man nicht so recht glauben. Und die Bundeswehr macht weiter was sie will, nämlich Fluglärm. Sie hat CZ und Politik fest im Griff.

Redaktion
Forum Celle